Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
Ein besonderes Anliegen ist mir das Themenfeld Übergewicht und Adipositas bei Minderjährigen. Auch bei Erwachsenen handelt es sich hier um ein enorm wichtiges Thema, das mehr Aufmerksamkeit und Verständnis verdient. Bei Kindern und Jugendlichen ist das Ganze meiner Meinung nach jedoch noch einmal deutlich vielschichtiger und verzwickter.
Warum es wichtig ist, das Thema früh anzugehen
Vielleicht haben Sie schon einmal diesen (leider sehr plakativen) Satz gehört: „Aus dicken Kindern werden dicke Erwachsene.“. Zwar lässt sich das sicherlich sensibler formulieren und auch hier gibt es Ausnahmen, doch in den meisten Fällen trifft diese Aussage leider zu.
Ein erhöhtes Gewicht in der Kindheit und Jugend bleibt bei fehlender Behandlung häufig bestehen und die Betroffenen sind auch im Erwachsenenalter weiterhin übergewichtig oder adipös. Das hat langfristige gesundheitliche Folgen, die häufig unterschätzt werden. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck) und sogar Krebserkrankungen kann durch zu viel Gewicht erhöht werden. Auch orthopädische Probleme wie Gelenkprobleme, Arthrose sowie entzündliche Prozesse können begünstigt werden. So wird häufig bereits früh im Leben der Grundstein für eine ungesunde Erwachsenenzeit gelegt.
Doch nicht nur das: immer häufiger sehen wir, dass gesundheitliche Probleme bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten. Der früher als „Altersdiabetes“ bekannte Diabetes mellitus Typ II ist heute auch bei (meist übergewichtigen) Kindern und Jugendlichen zunehmend verbreitet. Das sollte für uns nicht nur auf individueller Ebene sondern gesamtgesellschaftlich ein Warnsignal sein! Hier geht es nicht um eine Banalität, sondern um die Gesundheit einer ganzen Generation.
Auch die persönliche Entwicklung kann bei erhöhtem Körpergewicht beeinträchtigt sein. Es kommt häufiger zum Auftreten psychischer Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen. Ursächlich sind hier meist die Reaktionen des Umfelds sowie gesellschaftliche Standards, die häufig in den Medien präsent sind. Beinahe alle Kinder und Jugendlichen, welche von Übergewicht betroffen sind, kennen negative Kommentare, Witze oder sogar konstantes Mobbing von Gleichaltrigen. Schon einzelne Kommentare können an die Substanz gehen, von regelmäßigen Sprüchen einmal ganz zu schweigen. Kommen dann noch Bilder aus den Medien hinzu, in welchen der (häufig extrem) schlanke Körper als Norm dargestellt wird, entstehen nicht selten Gefühle von Scham und Minderwertigkeit. Es kann zum sozialen Rückzug kommen, wodurch viele Probleme wiederum verstärkt werden. Auch Essstörungen können die Folge sein.
Was kann ich tun?
Die gute Nachricht: Man kann etwas dagegen tun. Übergewicht und Adipositas sind gut behandelbar. Eine Ernährungsumstellung, gelenkschonende körperliche Aktivität sowie Strategien, um das eigene Verhalten verstehen und kontrollieren zu lernen, sind Stellschrauben, die sich nachweislich als wirksam gezeigt haben.
Hier ist die Begleitung durch Fachkräfte besonders wichtig. Führen Sie bitte keine Diäten auf eigene Faust durch. Hier kommt es oft zu Fehlern aus Unwissenheit. Suchen Sie den Kontakt zur behandelnden Kinderarztpraxis für die gesundheitliche Überwachung und bestehen Sie darüber hinaus auf die Einbindung einer Ernährungsfachkraft. Erfahrungsgemäß ist das Ernährungswissen bei medizinischem Personal häufig nicht ausreichend, eine Ernährungsfachkraft kann individuell auf Ihre Probleme eingehen. In manchen Praxen ist eine solche bereits angestellt, ansonsten können Sie sich auch an externe Ernährungstherapeuten wenden. Achten Sie dabei besonders auf die Qualifikationen der Fachkraft. Nähere Infos dazu finden Sie hier. In der Regel trägt die Krankenkasse die Kosten oder bezuschusst Termine bei einer Fachkraft.
Auch im Umgang mit der betroffenen Person gilt es einiges zu beachten. Schuldzuweisungen, extreme Einschränkungen und Vorwürfe sind zu vermeiden. Sicher sollte das Thema nicht totgeschwiegen werden, doch gilt es zu beachten, dass Ihr Kind nicht allein durch sein Körpergewicht definiert wird. Es sollte sich daher auch nicht alles nur um dieses eine Thema drehen. Allgemein sollte alles altersentsprechend gestaltet werden. Ein Kind mit 5 Jahren benötigt eine andere Betreuung als mit 13, je nach Alter kann auch eine spielerische Herangehensweise ohne große Betonung der gesundheitlichen Aspekte ein guter Ansatz sein.
Eine wichtige Rolle spielt die Prävention. Wenn Sie beobachten, dass bestimmte Gewohnheiten sich in eine ungünstige Richtung entwickeln, zögern Sie nicht, sich Hilfe zu suchen. Früher ist immer besser als später! Die besten Probleme sind die, die erst gar nicht entstehen. Es kann sich lohnen, auch allgemeine Ernährungsthemen mit einer Fachkraft zu besprechen, um sicher zu sein, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet.
Meine Rolle als Fachkraft
Als Ernährungswissenschaftlerin mit Master-Abschluss und freiberufliche Ernährunsgberaterin (VFED) sehe ich mich in der Verantwortung, mich für dieses Thema einzusetzen. Dies tue ich, indem ich versuche, ein Bewusststein dafür zu schaffen. Außerdem nutze ich mein Fachwissen, um betroffenen Familien beizustehen und mit ihnen gemeinsam individuelle Lösungen zu erarbeiten.
Da ich überzeugt davon bin, dass Prävention nicht früh genug beginnen kann, lasse ich mich derzeit außerdem auf freiwilliger Basis vom Land Baden-Württemberg zur BeKi-Referentin weiterbilden. So kann ich selbst in KiTas einen Beitrag dazu leisten, bewusste Kinderernährung auf kindgerechte Art und Weise in den Fokus zu rücken.
Sie suchen Begleitung beim Thema Übergewicht und Adipositas?
Ist Ihr Kind von Übergewicht oder Adipositas betroffen oder haben Sie Bedenken, dass das Körpergewicht sich in eine ungünstige Richtung entwickelt? Als Medizinische Ernährungswissenschaftlerin (M. Sc.) und zertifizierte Ernährungsberaterin nach VFED unterstütze ich Ihre Familie gerne bei diesem Thema und helfe Ihnen, einen guten Umgang zu finden und das Ganze nachhaltig anzugehen. Auch bei bereits bestehenden Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ II bin ich gerne für Sie da. Ein sensibler Umgang mit Ihnen und Ihrem Kind ist mir dabei besonders wichtig. Melden Sie sich gerne bei Fragen zu diesem und anderen Themen.
Kontaktieren Sie mich gerne!

